Technisches: Elektrik - Allgemein

Muss an der Elektrik gearbeitet werden, wirken die vielen Kabel unter der Haube erstmal
abschreckend. Zum besseren Verständnis teilen wir das Thema in Gruppen auf.


Beleuchtung

In Beleuchtungsschaltkreisen haben alle Anschlüsse europaweit die gleichen (Klemmen-) Bezeichnungen, so dass eine sichere Zuordnung möglich ist. Auf folgender Zeichnung eines Beleuchtungsschaltkreises sind sie gut erkennbar.


Klemmenbezeichnungen:

30 Batterie (+)
31 Batterie (-), Masse
58 Stand- und Rücklicht
56a Fernlicht
56b Abblendlicht

Prinzipschaltbild: Beleuchtung allgemein

Jeder Verbraucher wie beispielsweise die rechte Rückleuchte hat einen eigenen Strom-kreis. Im vorliegenden Fall führt die Leitung von Batterie(+) (30) zum Zündschloss. Am "Ausgang" des Zündschlosses (58) über den Sicherungskasten zur Rückleuchte (58) und zurück über ein Massekabel (31) zum Minuspol der Batterie.

Die Rückleuchte brennt bei intaktem Stromkreis, sobald der Schalter im Zündschloss die Klemmen (30) mit (58) verbindet also den Stromkreis schließt. Strom fließt nur, wenn der Stromkreis geschlossen ist. Aufgrund dieser Tatsache lassen sich Fehler im Stromkreis mithilfe einer Prüflampe einfach aufspüren.

Damit das Fahrzeug bei Ausfall einer Sicherung immer ausreichend beleuchtet bleibt, sollten Rück- und Standlicht getrennt und bei knappen Sicherungen über Kreuz abgesichert werden. Dies ist in obigem Schaltbild gut zu erkennen. Die beiden Abblendscheinwerfer werden getrennt abgesichert, damit bei Ausfall einer Sicherung der zweite Scheinwerfer intakt bleibt und die Weiterfahrt absichern kann. Für die Fernscheinwerfer ist eine Sicherung ausreichend.


Tagesverbraucher

Als Tagesverbraucher werden alle elektrischen Einrichtungen am Schlepper, außer der Beleuchtung und dem Fahrrichtungsanzeiger bezeichnet. Dabei unterscheiden wir auf dieser Seite zwischen den Tagesverbrauchern mit Zündkerze und Summerzündung für die Glühkopf- und Halbdiesel-Motoren und allen Schleppern mit Glüh-/Starteinrichtung.

Prinzipschaltbild: Tagesverbraucher Glühkopf- und Halbdiesel-Bulldog

Prinzipschaltbild: Tagesverbraucher Vorglühanlage

 

Wer seinen alten Schlepper restauriert und die elektrische Anlage erneuern muss, weil die alten Kabelisolierungen im Laufe der Jahre steif und brüchig geworden sind, sollte sich vorher mit dem notwendigen Wissen versorgen.

Der Kenner findet hier die nötigen Informationen.

Beim Ausbau der Batterie sollte zuerst das Massekabel und anschließend das Pluskabel abklemmt werden. Beim Wiedereinbau ist in umgekehrter Weise zu verfahren. So kann man einen versehentlichen Kurzschluss mit dem Schraubenschlüssel gegen den Batteriekasten oder sonstige Metallteile, die als Masseverbindung wirken, vermeiden.

Die Klemmenbezeichnungen in der Fahrzeugelektrik sind nach DIN genormt (nach EU-Richtlinien möglicherweise verändert!!) und ermöglichen so eine sichere Zuordnung der betreffenden Kabel. Von Vorteil ist die Klemmenbezeichnung auch, wenn gemeinsam an der Anlage geplant oder gearbeitet wird.

Fließt Strom durch ein Kabel, entsteht Wärme. Wenn ein Verbraucher mit hohem Strombedarf an ein dünnes Kabel angeschlossen wird, entsteht Hitze und möglicherweise Schaden an der Anlage durch Lockern von Verbindungen oder Schmelzen der Kabelisolation.

Deshalb sind alle elektrischen Verbraucher abgesichert, wobei die Sicherung nicht den Verbraucher sondern das Kabel schützen soll.


Deshalb werden folgende Kabelquerschnitte für bestimmte Bereiche der Anlage vorgeschlagen.

Verbindung

Kabelquerschnitt

Batterie(+)  à  Zündschloss (30)

4 mm²

Zündschloss (15)  à  Sicherungen

2,5 mm²

Sicherungen  à  Verbraucher

1,5 mm²

Vorglühanlage

4 mm²

Kontrolllampen

1 mm²

Batterie(+)  à  Anlasser

15 mm²


Nachfolgend ein Beispiel für die Verdrahtung der Vorglühanlage eines Vierzylindermotors.